John Wolf Brennan

Pictures in a gallery

Improvisation, Jazz, zeitgen. Musik

Leo Records

7/06



Am 12. Dezember 2002 gab der Pianist und Komponist John Wolf Brennan, der aus Irland stammt, aber seit vielen Jahren in der Innerschweiz lebt, ein denkwürdiges Konzert. Es fand in der Luzerner Sammlung Rosengart statt, die Bilder der klassischen Moderne versammelt. Elf Werke von Cézanne, Kandinsky, Miró, Picasso und Klee hatte Brennan sich ausgesucht; in den Wochen vor dem Konzert hatte er sich in sie versenkt, sich Notizen gemacht und sich bemüht, die Bilder auf einem langen Spaziergang am See ganz zu verinnerlichen. Zu Hause hatte er seine Eindrücke am Flügel in spontane musikalische Skizzen umgesetzt. Dann aber hatte er versucht, wieder ganz leer zu werden, um die Bilder im Konzert gleichsam neu erstehen zu lassen, in der Improvisation, der er sich am - für einige Stücke präparierten - Steinway zuwandte. Es war eine dichte und glückliche, bewegte und bewegende  Stunde. Brennan spielte leicht und wach, in einem Netz von Allusionen, aber nicht alexandrinisch und entsprechend dechiffrierbar, sondern genuin und spontan. Die Bilder beflügelten ihn zu farbiger Durchsichtigkeit jenseits platter Programmatik. Zum Luzerner Programm, das natürlich an Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" erinnert, tritt auf der CD ein kleinerer, 1999 in Sankt Petersburg eingespielter Zyklus auf das Gedicht "An ***", das Alexander Puschkin Anna Kern widmete. (Manfred Papst, NZZ am Sonntag, Zürich, 13.08.2006)

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