Hans Kennel, John Wolf Brennan

Pipelines

Sakraler Jazz

Leo Records, LR292, Plainisphare

Die Koryphäen Hans Kennel und John Wolf Brennan sorgen wieder mal für neue musikalische Verbindungen und eine aufsehenerregende Präsentation, findet sie Uraufführung ihres neuen Werkes doch in kirchlichem Rahmen statt. Trompete und Alphorn (Kennel), Klänge der alten Tonhalle-Orgel (Brennan) sowie die Tuba (Marc Unternährer) spannen einen Klang- und Zeitraum auf, der von Komposition und Improvisation belebt wird.

Die drei Interpreten entwickeln lustvoll-pulsierenden Zwiegespräche, eindringlich, elegisch, kontrapunktisch, choralartig, rezitativ, schwebend, nuanciert, geheimnisvoll, ausgelassen, verspielt, polytonal, rhythmisch akzentuiert, manchmal gar tänzerisch, mit Ober- und Untertönen. Die Stimmen der Orgel und der Blasinstrumente bilden dabei ein organisch-dichtes Geflecht, welches durch den Beizug des Alphorns und der Tuba eine ganz besondere Note erhält. Die Musik, die gleichzeitig nach innen (in den Kirchenraum) und aussen (als Echo auf die Jazzgeschichte) schwingt, löst die Schichten des Raum-Zeit-Kontinuums auf, bewegt sich aufwärts und wird zeitlos. So schweben Nachklänge an Miles Davis oder Lester Bowie, eine Hymne aus der Picardie oder ein Chüereiheli aus dem Muotathal im selben leuchtenden Raum.

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