Stiller Has

Geisterbahn

Blues, Mundart

Sound Service

3/06



Für den Frontmann Endo Anaconda, der wiederum ein opulentes Lyrikfressen zubereitet hat, ist dieses zehnte Hasen-Album eines «voller Trotz». Denn nach dem Abgang vom Multiinstrumentalist Balts Nill im Herbst 2005 trotzte die Band mit musikalischer Weiterentwicklung nach der Formel «eine Gitarre, ein Bass, ein Schlagzeug und ein Sänger: diese ist nicht zu schlagen». Bei der Neuformation kamen alte Seilschaften zum Einsatz. Das verbleibende Stammduo mit Anaconda und Gitarrist Schifer Schafer wird neu durch den Bassisten Samuel Jungen und den Drummer Martin Silfverberg verstärkt. Jungen spielte zusammen mit Schafer bei der legendären Mundartrock-Formation Rumpelstilz und dann beim nicht minder illustren Zampanoo’s Varieté. Mit dem späteren Züri-West-Drummer Silfverberg jammte Schafer schon in den frühen Siebzigerjahren bei Los Popperos. In den «Geisterbahn»-Lyrics vermischen sich Autobiographisches und Metaphorik. «Dass unsere Texte ernster geworden sind, ist ein Statement», sagt Endo, der Wortgewaltige, der mit seinen «Sofareisen» auch die Bücherbestseller-Listen erklommen hat. Noch nie habe er so lange an seinen Texten geschliffen.

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