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Interview mit Polo Hofer

 

Urs Hofer alias Polo schaut nun auf ein 57 Jahre altes Leben und eine fast so lange Musikkarriere zurück. Viel hat ihn in dieser Zeit bewegt, darauf angesprochen erklärt er uns seine Theorie der sieben Jahre. Demnach sind in seinem Leben die wichtigsten Dinge in Abständen von sieben Jahren geschehen. So beginnt er bei der Geburt, erwähnt als nächstes die Einschulung, den Stimmbruch, den Lehrabschluss und seine Heirat, bis er dann vor einem Jahr eine Auszeit von der Musik nimmt, die er zum Reisen nutzt.

Polo verrät weiter, dass es Zeiten gibt, wo er gerne alleine ist. Dann zieht er sich zurück von allen Leuten, die sonst um ihn sind und liest Bücher oder zeichnet.

 

Ray Charles als Vorbild
In seiner Musikkarriere hat er schon in mehreren Bands gesungen und alleine mit der SchmetterBand elf CDs und über 200 Songs aufgenommen.

Nach den schönsten Erlebnissen seiner Musikkarriere gefragt, gibt er sofort die Reise in den Süden der USA an. Dort hat er das Roadmovie „Louisiana“ gedreht. Gerne erinnert er sich aber auch an die Anti-Atom Demo in Wien, von 1989. Damals war Falco ihre Vorband. Speziell für ihn auch das Erlebnis, als er mit Rumpelstilz den Hit „Kiosk“ in Berlin spielen durfte. Dort waren sie die Vorgruppe von Udo Lindenberg, heute wäre es umgekehrt, schmunzelt er.

Inspirieren liess sich Polo seit dem 14 Lebensjahr von Louis Armstrong, damals erhielt er von seiner Mutter eine solche Platte zu Weihnachten. Dieses Geschenk ebnete ihm den Zugang zur Jazz und Blues Musik.

Mit sechzehn ergatterte sich Polo ein Autogramm von John Lee Hooker, der damals gemeinsam mit Memphis Slim, T-Bone Walker, Sonny Terry und Brownie Mc Ghee auf Europa Tournee weilte. Neben diesen, war Ray Charles schon immer der Favorit, des Americana Fans.

Angesprochen auf gute Schweizer Musiker, nennt Polo vor allem junge Bands, die er zum Teil auch für ein Konzert an der Expo.02 aufgeboten hatte. So denkt er an Coal aus Nidwalden, die Reggae-Band Fusion Square Garden aus Biel, Scream und Plüsch, die beide aus Interlaken stammen. Sina ist für ihn nach wie vor die beste Sängerin der Schweiz.

Bedürfnis nach Veränderung
Zurzeit ist Polo gemeinsam mit seiner SchmetterBand auf der vorerst letzten, gemeinsamen Tournee. Ihr neues Album «XsangischXsung» klingt frisch und relaxt. Nach 18 Jahren gemeinsamen Musizierens und fast 1000 Konzerten soll nun aber Schluss sein für ihn und seine Band.a Polo hat das Bedürfnis nach Veränderung, wie er uns sagt. Er interessiert sich für arabische Musik, hat vor, ein Buch zu schreiben und plant eine Fortsetzung des Films das „Schweigen der Männer“.

Auch die SchmetterBand will weitermachen, weiss er und fügt an, dass die Band zur Zeit so gut ist wie nie zuvor.

Gemütlich lehnt sich Polo am Ende des Interviews ins Sofa und zündet sich eine Zigarette an. Ob er sich manchmal alt fühle? Nein, alt fühle er sich nie, schliesslich sei Musik ein Jungbrunnen und das beste, was die Menschheit je erfunden habe.

Matthias Mattenberger 18.12.2002

Weiteres:
Polo Hofer Foto Album
Polo Hofer Konzert im Salzhaus in Brugg
CD Review

Für weitere Informationen: www.polohofer.ch

 

 


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