Förderung unabhängiger Schweizer Popmusik-Labels

Migros-Kulturprozent gewährt erneut Unterstützung

(SMN) Im Rahmen der zum dritten Mal ausgeschriebenen Pop-Labelförderung zeichnet das Migros-Kulturprozent fünf Independent-Labels aus, die Schweizer Musikerinnen und Musiker unter Vertrag haben. Die Labels ChlyklassRecords, Creaked Records, Sophie Records, Subversiv Records und Voodoo Rhythm Records werden 2008 vom Migros-Kulturprozent mit insgesamt 120'000 Franken unterstützt.

Auffallend ist, dass vier der fünf Labels aus Bern stammen: Das HipHop-Label ChlyklassRecords, musikalische Heimat von Greis, Baze, Wurzel 5 und anderen Rappern bekommt 35'000 Franken Unterstützung. Ebenfalls mit 35'000 Franken unterstützt wird das Pop-Label Sophie Records, welches zwischen Bern und Berlin operiert und Bands wie Lunik, Mina, Bonaparte und Signorino TJ unter Vertrag hat. Zwei weitere Labels werden mit je 20'000 Franken ausgezeichnet: Aus Bern Voodoo Rhythm Records (Blues Gospel Trash; wichtigste Releases: The Dead Brothers, Reverend BeatMan, The Monsters) und aus Lausanne Creaked Records (Electronic; wichtigste Releases: Larytta, Cosili, Starting Teeth). Schliesslich erhält das Berner Low-Budget-Underground-Label Subversiv Records 10'000 Franken.

Insgesamt hatten 30 Labels (26 aus der Deutschschweiz und vier aus der Westschweiz) Dossiers eingereicht. Die Mehrheit der Labels hat Musikerinnen und Musiker aus der Sparte Pop/Rock unter Vertrag, doch auch Rap- und Electronica-Labels sind vertreten. Die Qualität der eingereichten Bewerbungen hat sich gegenüber dem Vorjahr gesteigert, zeigt aber die durchwegs schwierige wirtschaftliche Situation der Labels.

„Die kleinen, unabhängigen Labels sind für den Künstleraufbau in der Schweiz sehr wichtig. Sie sind mit knapper Kasse und viel Herzblut bei der Sache. Leider bleibt für strategische Überlegungen oft wenig Energie“, sagt Philipp Schnyder von Wartensee, Projekt- und Festivalleiter von m4music.

Förderprogramm soll Autonomie und Professionalität stärken
Die Pop-Labelförderung des Migros-Kulturprozent schliesst eine Lücke: Schweizer Musikerinnen und Musiker werden meistens von einem Independent-Label, einer kleinen Plattenfirma, unter Vertrag genommen, aufgebaut und betreut. Für eine lebendige und vielfältige Musikszene sind diese „Indies“ sehr wichtig, bewegen sich finanziell meist aber auf einem schmalen Grat. Bei der Verteilung von staatlichen oder privaten Fördergeldern gingen die Labels bisher leer aus; unterstützt werden die Künstler. Die Pop-Labelförderung des Migros-Kulturprozent unterstützt seit 2006 Schweizer Independent-Labels, die in der Schweiz ansässige Musikerinnen und Musiker unter Vertrag haben. Die Förderbeiträge sollen die Autonomie und Professionalität der Labels stärken.

 

 
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