Digitale Medienrevolution an der m4music-Conference

Web 2.0, Podcasts, Downloading, Filesharing, visuelle Medienkunst und mehr

Unter dem Titel «ch-ch-changes» (David Bowie) thematisiert die m4music-Conference 2006 die digitale Medienrevolution und die laufend neuen Herausforderungen, die der Musikbranche daraus erwachsen. Die Panels mit Online-Experten von Rang und Namen sind «hochaktuell und werden dieses Jahr noch viel zu reden geben» (Freitag 5. Mai und Samstag 6. Mai jeweils ab 13 Uhr im Rahmen von m4music, Schiffbau, Zürich).

Von «Changes», Veränderungen, kann die Musikindustrie heute ein Lied singen. Schon seit Jahren begegnet die Musikindustrie dem Downloading über Tauschbörsen mit Missmut und reagiert darauf mit Klagen. Die Notwendigkeit gesetzlicher Anpassungen an diese neuen digitalen Kopiermöglichkeiten ist erkannt. Voraussichtlich in der Herbstsession des Nationalrates wird die Teilrevision des Urheberrechts verhandelt. Neben dem Filesharing umfasst diese auch Kopierschutzmassnahmen und Abgaben auf leere Speichermedien. An der Conference diskutieren Juristen (u.a. IFPI, SUISA) und Vertreter der Musikindustrie diese Thematik.

Auch im Bereich des Rundfunks stehen digitale Neuerungen an. Noch diesen Sommer schreibt der Bund mehrere sprachregionale DAB-Lizenzen aus. Die neuen digitalen Radiokonzepte, wozu auch Podcasts und Internet-Radio gehören, werden ebenfalls Thema eines Panels sein.

Alle diese neuen Entwicklungen werden unter dem neuen Konzept «Web 2.0» zusammengefasst. Web 2.0 meint jene Netzinhalte, die auf basisdemokratischen Partizipationsprinzipien beruhen, und deren Fundament ca. 30 Mio. Blogs weltweit bilden. Kevin Kelly, Gründer von «Wired», ortet darin gar einen «geistigen Neuanfang der Menschheit», eine Neuauflage der Aufklärung. Web 2.0 funktioniert aber bereits auch als neues Businessmodell. Prominentes Beispiel ist die Online-Community MySpace.com, die jüngst vom Medienmogul Rupert Murdoch für 580 Mio. Dollar aufgekauft wurde.

Zu Web 2.0 wird an der Conference Sascha Kösch eine Keynote halten, Mitherausgeber und Redaktor des Berliner Magazins De:Bug, der von «Der Zeit» unlängst als «eine Art Jesus aus dem musikalischen Datenparadies» apostrophiert wurde. Doch auch weitere gewichtige Online-Media-Akteure beehren die Conference von m4music, wie Michael Breidenbrücker, Mitbegründer von Last.fm; Markus Koller, Gründer des Schweizer Podcasts Starfrosch.ch und Tim Renner, der mit seiner Firma Motor Entertainment ebenfalls Online-Dienste anbietet.

In diesem Spannungsfeld zwischen digitaler Technologie und Musik gewinnt auch visuelle Medienkunst immer stärker an Bedeutung. So sind für dieses Jahr einige spannende DVD-Alben angekündigt von Künstlern, die auch am Festival von m4music auftreten. Mit Hexstatic sind ausserdem zwei absolute Pioniere in diesem Feld an der Conference vertreten. Die Urheber des ersten audiovisuellen Albums Englands werden ihre Kunst auch abends präsentieren, wo mit der Live-Vertonung des Filmes «Woodstock» von The Young Gods ein weiteres fulminantes Highlight für Aug und Ohr geboten wird.

Programmheft: www.m4music.ch/files/files06/m4musicbeilage.pdf

 

Zum weiteren Programm vgl. sep. Bericht

 

 
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