Musikschaffende warnen vor einer Aushöhlung ihrer Rechte

Resolution an der SUISA-Generalversammlung

Die in der SUISA vereinten Komponisten, Textautoren und Musikverleger zeigten sich an ihrer Jahresversammlung Mitte Juni 2006 in Bern besorgt über die Aushöhlung ihrer Rechte. In einer Resolution wehren sie sich gegen Forderungen einzelner Kreise der Wirtschaft und der Musiknutzer zur Revision des Urheberrechtsgesetzes. Ihre zwei zentralen Forderungen an das neue Urheberrechtsgesetz sind:

  • Die Rechte an Werken, die im Arbeitsvertrag oder Auftrag geschaffen werden, sollen auch weiterhin dem Kreativen und nicht dem Arbeitgeber oder Auftraggeber zustehen.
  • Die Leerträgervergütung zugunsten der Rechtsinhaber für das massenhafte private Kopieren ihrer Werke soll weiterhin bestehen bleiben.

Digital Rights Management Systeme (DRMS) sind Mittel zum Vertrieb von Musik, können aber die Leerträgervergütung nicht ersetzen. Die Musikschaffenden warnen vor einer teilweisen Enteignung der kreativ Tätigen und erinnern daran, dass die Kulturgüterindustrie heute ein wichtiger Wirtschaftszweig ist. Es wäre falsch, den kreativ Tätigen, ohne welche diese Industrie nicht existieren kann, einen Teil ihrer Existenzgrundlage zu entziehen.

Anlässlich der Generalversammlung veröffentlichte die SUISA, die Gesellschaft für die Rechte der Urheber musikalischer Werke, auch ihr Ergebnis für das Geschäftsjahr 2005. Der seit drei Jahren anhaltende negative Trend konnte gebrochen werden: Der Gesamtumsatz stieg 2005 um 3% auf CHF 136.7 Mio. Diese Steigerung wurde ermöglicht durch Mehreinnahmen aus den Senderechten (53.5. Mio.) sowie Vervielfältigungsrechten (23.8 Mio.). Ein Aufschwung im Bereich der Tonträgerverkäufe ist jedoch nicht in Sicht und die Einnahmen aus dem Online-Vertrieb von Musik (CHF 0.1 Mio.) kompensieren den Rückgang der vergangenen Jahre bei Weitem nicht. Die Einnahmen aus den Aufführungsrechten bewegen sich mit CHF 33 Mio. konstant auf einem hohen Niveau und die Auslandseinnahmen sind ebenfalls stabil geblieben (CHF 14.4 Mio.).

Im Weiteren wurde Franco Ambrosetti in den Vorstand der SUISA gewählt. Der weltweit renommierte Tessiner Komponist und Jazzmusiker tritt die Nachfolge von Marco Zappa an, der die Anliegen der italienischsprachigen Schweiz während vielen Jahren kompetent vertreten hat. (Quelle: SUISA)

 
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