Volksinitiative «Jugend + Musik»

Musik soll in die Bundesverfassung

(SMN) Der Schweizer Musikrat SMR, Dachverband von 60 Musikorganisationen und -verbänden, wird im Laufe des Jahres 2007 die Volksinitiative «Jugend + Musik» lancieren. Sie verlangt, die musikalische Bildung in der Bundesverfassung zu verankern und besteht aus drei Forderungen:

  • Die musikalische Bildung muss auf allen Schulstufen mit der gleichen Qualität und Ernsthaftigkeit unterrichtet werden wie Mathematik, Sprachen, Naturwissenschaften und Sport.
  • Die musikalische Bildung muss auch im ausserschulischen Bereich gewährleistet sein.
  • Im Rahmen der musikalischen Begabtenförderung soll der Bund Akzente setzen.

Nach Ansicht der Initianten brauche es dies, um die intellektuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu begünstigen und deren soziale Kompetenz fördert. Die musikalische Bildung sei ein wichtiger Bestandteil eines ganzheitlichen Ausbildungskonzepts.

Neben den Organisationen und Verbänden mit musikalischem Hintergrund wird sie getragen von Mitgliedern der Parlamentarischen Gruppe Musik, die von Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi-Obrist präsidiert wird.

«Die Kulturerosion in der Schule schreitet fort», meint der Projektleiter der Initiative, Hector Herzig in einem Interview der Aargauer Zeitung. Der Musikschulleiter und Präsident des Verbandes der Musikschulen sieht insbesondere die musischen Fächer unter dem Druck leiden, dem die Schulen ausgesetzt sind - häufig würden diese zugunsten so genannt «harter Fächer» vernachlässigt. Die Anzahl Lektionen ist von Kanton zu Kanton verschieden, und es hänge von der jeweiligen Lehrperson ab, wie und ob überhaupt der obligatorische Musikunterricht durchgeführt wird. «Wir bemängeln die Qualitätssicherung, wie sie heute betrieben wird», erläutert Herzig. Vielen Lehrpersonen fehle die notwendige Ausbildung und vor allem die Leidenschaft, um Musik auf gleichem Niveau wie Mathematik, Sprachen und Naturwissenschaften zu vermitteln. An pädagogischen Hochschulen ist sie ein Freifach, das nur etwa die Hälfte der Studierenden wählt. Deshalb werde Musik immer mehr in die Freizeit abgeschoben, anstatt zum Basisunterricht zu gehören, so Herzig.

 

 
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