Schweizer Tonträgermarkt 2006: Minus 15%

Universal prüft Geschäftsmodelle ohne Schweizer Musik

(SMN) Der Schweizer Tonträgermarkt brach 2006 gemäss Angaben des Verlegerverbands IFPI um 15 Prozent ein. In den Chefetagen der Musikfirmen zerbricht man sich die Köpfe über Lösungen. Ivo Sacchi, Chef von Universal Music Switzerland und der IFPI überleg sich gar, auf Schweizer Musik im Repertoire zu verzichten. Die erklärte er in einem Interview mit der Mittelland-Zeitung vom 22.1.07: «Ein globales Unternehmen kann die Vertreiber in der Schweiz auch direkt aus dem Ausland beliefern. Das nationale Repertoire müsste aufgegeben werden. Das ist auch für Universal - den grössten Musikkonzern der Welt - nicht auszuschliessen. (...) Wir bewegen uns auf einem sehr schmalen Pfad. Die internationalen Musikkonzerne gehen sogar so weit, dass sie sich fragen, ob es sich noch lohnt, die nationalen Märkte zu bearbeiten.» Den gleichen Schritt hat bereits vor einigen Jahren Warner Music in der Schweiz vorgespurt, damals wurden auf einen Schlag Bands wie etwa die Lovebugs oder Dada ante portas heimatlos.

Sacchi im Zusammenhang mit der geplante Revision des Urheberrechtsgesetzes weiter: «Die Nutzung einer illegalen Quelle müsste in jedem Fall verboten werden. Privatkopien müssen ausdrücklich auf den eigenen und persönlichen Gebrauch beschränkt werden. Deshalb erstaunt es nicht, wenn sich ausländische Firmen aus dem nationalen Markt zurückziehen. Das investierte Geld muss ja schliesslich wieder zurückfliessen. Wir sind nicht das Migros-Kulturprozent. Wir müssen Geld verdienen. Das digitale Geschäft, das heisst das kostenpflichtige Downloaden von Musik aus dem Internet, kann die Ausfälle im Tonträgerverkauf noch nicht kompensieren, auch weltweit nicht. Weltweit werden in dieser Sparte 2 Milliarden Dollar (2,5 Mrd. Franken) generiert. Das macht aber erst 5,5 Prozent des gesamten Marktes aus. Bei Universal Music sind es 10 Prozent. Es muss aber mehr werden, damit sich dieser Markt stabilisiert. Ich bin zuversichtlich, dass es in die richtige Richtung geht. Es geht aber nicht so schnell, wie gewisse Leute denken.

 

 
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