Kulturprozent fördert Independent-Labels

120'000 Franken für fünf CH-Plattenfirmen

(SMN) Zum zweiten Mal vergibt das Migros-Kulturprozent Geld an unabhängige Schweizer Labels, die einheimische Musikerinnen und Musiker unter Vertrag haben. Gentlemen Records, Stattmusik, Little Jig Records, LeechRedda und Kuenschtli.ch werden 2007 vom Migros-Kulturprozent mit insgesamt 120'000 Franken unterstützt. Damit sollen Autonomie und Professionalität der Labels gestärkt werden.

Gentlemen Records (Lausanne) erhält nach 2006 bereits zum zweiten Mal einen Förderbeitrag, dieses Jahr 30'000 Franken. Das Label von Christian Fighera wurde 2001 gegründet und vertritt vor allem Musikerinnen und Musiker aus den Sparten Rock, Post-Rock und Pop, wie zum Beispiel Favez, Honey for Petzi oder Magicrays. Ebenfalls mit 30'000 Franken unterstützt wird das Zürcher Electronica-Label Stattmusik, welches von Rolf Aeschimann betrieben wird. Stattmusik veröffentlichte kürzlich das vielbeachtete Debüt-Album von Kalabrese.

Drei weitere Labels werden mit je 20'000 Franken ausgezeichnet: LeechRedda Zürich (Ska, Punk, Reggae; wichtigste Releases: Open Season, Snitch); Kuenschtli.ch Zürich (Pop, Rock; wichtigste Releases: My Name is George, Fisher) und Little Jig Records Gisikon/LU (Indie-Rock, Pop; wichtigste Releases: Heidi Happy, Luzern Rock City Sampler 2006). Auch Little Jig wurde nach 2006 zum zweiten Mal ausgezeichnet, womit die Jury den Willen nach kontinuierlicher Förderung zeigt.

Insgesamt hatten 35 Labels (29 aus der Deutschschweiz und sechs aus der Westschweiz) Dossiers eingereicht. Rund ein Viertel der Labels ist in Zürich beheimatet. Die Mehrheit der Labels hat Musikerinnen und Musiker aus der Sparte Pop/Rock unter Vertrag, doch auch Rap- und Electronica-Labels sind vertreten. Die Qualität der eingereichten Bewerbungen war sehr unterschiedlich und zeigt die durchwegs schwierige wirtschaftliche Situation der Labels.

«Die kleinen, unabhängigen Labels sind für den Künstleraufbau in der Schweiz sehr wichtig. Sie sind mit knapper Kasse und viel Herzblut bei der Sache. Leider bleibt für strategische Überlegungen oft wenig Energie», sagt Philipp Schnyder von Wartensee, verantwortlicher Projektleiter und Festivalleiter von m4music.

 

Förderprogramm soll Autonomie und Professionalität stärken

Die Pop-Labelförderung des Migros-Kulturprozent schliesst eine Lücke: Schweizer Musikerinnen und Musiker werden meistens von einem Independent-Label, einer kleinen Plattenfirma, unter Vertrag genommen, aufgebaut und betreut. Für eine lebendige und vielfältige Musikszene sind diese «Indies» sehr wichtig, bewegen sich finanziell meist aber auf einem schmalen Grat. Bei der Verteilung von staatlichen oder privaten Fördergeldern gingen die Labels bisher leer aus; unterstützt werden die Künstler. Die Pop-Labelförderung des Migros-Kulturprozent unterstützt seit 2006 Schweizer Independent-Labels, die in der Schweiz ansässige Musikerinnen und Musiker unter Vertrag haben.

 

 
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