SUISA mit verjüngtem Vorstand

Rückblick auf Musikkonsum und Urheberrechte im 2006 - und Opposition

(SMN) Anlässlich der Generalversammlung am 23. Juni 2007 in Bern wurden bei der SUISA neue Mitglieder in den Vorstand sowie in Kommissionen gewählt. Bei der Gelegenheit informierte die Gesellschaft für die Rechte der Urheber musikalischer Werke über den «insgesamt zufriedenstellenden» Jahresabschluss 2006. Hans Ulrich Lehmann, Präsident der SUISA, würdigte die Ergebnisse der bisherigen parlamentarischen Debatte zum neuen Urheberrechtsgesetz in der Schweiz (URG) als kompromissfähig. Gegen den umstrittenen SUISA-Vizepräsidenten, Thierry Mauley, kamen erneut öffentliche schwere Vorwürfe auf, es meldete sich auch sonst Opposition.

Der Vorstand der SUISA ist alle vier Jahre neu zu bestellen. Neben den bisherigen Mitgliedern, die sich erneut zur Verfügung stellten, wurden neu gewählt: Rainer Bischof (Verleger), Reto Parolari (Komponist, Verleger, Orchesterdirigent), Philipp Schnyder von Wartensee (Komponist und Produzent, Kulturprozent, Leiter des M4Music), Jean-Michel Valet (Verleger). Neu in die Verteilungs- und Werkkommission wurden gewählt: Carlo Brunner (Komponist), Frédy Henry (Verleger), Stéphane Kirscher (Komponist), Thierry Romanens (Komponist), Grégoire Vuilleumier (Textautor und Produzent).

Das Jahresergebnis der SUISA ist «insgesamt zufriedenstellend». Die Einnahmen aus der Verwaltung von Urheberrechten im Inland betragen 2006 115,6 Mio. CHF (2005 : 114,6 Mio. CHF). Der zu verteilende Ertrag beläuft sich 2006 auf CHF 111,8 Mio. (2005: 110, 2 Mio.).

«Die Einnahmen der Suisa aus Tonträger-Verkäufen sind seit 2001 um mehr als 30 % gesunken. Entgegen vieler Prognosen werden diese Einbussen durch die neuen Online- und Mobile-Dienste bei Weitem nicht kompensiert. Das stabile Standbein der SUISA ist immer noch das Aufführungs- und Senderecht. Eindrücklich ist die markante Steigerung der Einnahmen aus Konzerten (um rund 1 Drittel). Live-Musik bleibt weiterhin ein wichtiger und erfolgreicher Faktor.

Nachdenklich stimmt die Beobachtung, dass die Einnahmen der Komponisten, Textautoren und ihrer Verleger aus Urheberrechten bei weitem nicht der Steigerung des Musikkonsums folgen. Die neuen Technologien erweitern die Möglichkeiten der Musiknutzung enorm – die Urheber profitieren von diesem Aufschwung des Musikkonsums kaum.

Umso erfreulicher waren die Ausführungen von Jean-Frédéric Jauslin, Direktor des Bundesamtes für Kultur, der sich in seinem einleitenden Referat für eine angemessene Vergütung und Entlöhnung der Urheber auch im digitalen Zeitalter einsetzte. Er betonte die engen Beziehungen zwischen einem zeitgemässen Urheberrechtsgesetz (URG) und dem vorliegenden Entwurf für ein neues Kulturförderungsgesetz (KFG). » (Q: SUISA)

Gegen den SUISA-Vizepräsidenten, Thierry Mauley, wurden ein weiteres Mal öffentlich schwere Vorwürfe erhoben. Der Wortführer der Kritiker, Alec von Tavel, rief dessen unhaltbares Agieren im Zusammenhang mit dem Swiss Music Club an der Midem 2005 in Erinnerung. Mauley musste auf Druck der SUISA-Gremien seinen Posten als Stiftungsrat wie auch als Präsident der Stiftung für Musik räumen (vgl. sep. Bericht). «Sein selbstherrliches Regime endete in einem wahren Debakel und verursachte viel böses Blut. Er hat mit seiner Art der SUISA-Stiftung grossen Schaden zugefügt und ist somit auch als SUISA-Vorstandsmitglied absolut nicht mehr tragbar.»

Von Tavels Ausführungen an der SUISA-Versammlung wurden nicht widerlegt; sie fanden gar Rückhalt. Mauley, der bei einem Rücktritt von Hans Ulrich Lehmann unter normalen Umständen das SUISA-Präsident folgen würde, wurde dennoch wiedergewählt, allerdings mit einem knappen Resultat. Er hat mit 114 Stimmen nicht einmal die Hälfte der anwesenden Stimmen erhalten, nur wenig mehr als ein weitgehend unbekannter Sprengkandidat aus den Reihen von Musikurheber.ch, einer «oppositionellen» Gruppierung von SUISA-Mitgliedern um Martin Villiger, der mit seinem Antrag auf Traktandierung einer Professionalisierung und zahlenmässigen Reduktion des Vorstands auf die nächste GV erfolgreich war.

 

 
Swiss Music Business- & Scene-News provided by

Swiss Music News

Copyright © Swiss Music News