Musikredakteure protestieren gegen Music Promotion Network

Schweizer Musikbranche will Rezensionsexemplare einsparen

(SMN) Für ihre Arbeit sollen Musikjournalisten von den hiesigen Labels und Vertrieben nicht mehr wie bis anhin mit CD-Freiexemplaren versorgt werden. Ab August 2007 werden sie stattdessen mit «gestreamten» Audiofiles von fragwürdiger Qualität abgespiesen. Rund drei Dutzend der führenden Schweizer Musikjournalisten protestieren dagegen. Adressat ist die PhonoNet AG, die 2001 von der schweizerischen Musikindustrie gegründet wurde, um den «Datenaustausch zwischen Handel, Medien und Industrie zu standardisieren und damit entscheidend zu vereinfachen». PhonoNet betreibt auch das Music Promotion Network (Schweiz), ein Portal für die «elektronische Bemusterung von Neuveröffentlichungen der Schweizer Musikindustrie für alle Medienpartner (Radios, Printmedien, Online-Medien)».

Die Radiostationen werden zukünftig über gesicherte Verbindungen sendefähige Musiktitel in CD-Qualität in ihre Sendearchive übertragen können, sowie die dazugehörenden Meta- und Contentdaten erhalten. Musikredakteure, Printmedien und Medienpartner finden auf diesem Portal «alle relevanten Promotiondaten der neuen Veröffentlichungen, sowie die Möglichkeit jeden Musiktitel in voller Länge anzuhören.»

Dagegen setzen sich nun die Journalisten und Musikkritiker zur Wehr: «Probleme mit dem Streaming-System werden vor allem diejenigen Journalisten haben, die sich vertieft mit der Materie auseinandersetzen und nicht nur am People-Aspekt der Künstler interessiert sind. Für sie sollte es weiterhin möglich sein, die Musik auch noch auf CD zu erhalten. Die mit 32 kBit/s sehr schlechte Streaming-Qualität ist für die Einschätzung vieler Arten von Musik völlig inakzeptabel», schreiben sie. Sie verlangen Songs in einer wesentlich besseren Qualität, Speichermöglichkeit – und bei wichtigen Themen «nach wie vor einen physischen Tonträger».

 

 
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