Kritik an Gesuch-Absagen der Pro Helvetia

Gerichtsentscheid verpflichtet zu klaren Begründungen

(SMN)Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia muss negative Entscheide bei Unterstützungsanträgen genauer begründen und darf Künstler nicht mit einer allgemein gehaltenen Floskel abspeisen. Diese Praxis wurde schon seit längerem kritisiert. Die Action Swiss Music, Lobby der Schweizer Musikszene, machte darauf schon vor Jahren aufmerksam. Pro Helvetia beschied vielen Musikern, dass die beschränkten Mittel der Stiftung für Projekte reserviert seien, «die als künstlerisch innovativ und qualitativ hochstehend» eingestuft würden. Dazu schrieb die Action der Pro Helvetia 2004 «Wir wissen, dass wir kaum ein Überdenken der Stiftungspolitik erreichen können (…). Wir ersuchen euch aber mit allem Nachdruck, künftig beim Versenden von Antwortschreiben etwas mehr Feingefühl und Fachkenntnis einfliessen zu lassen.»

Im Oktober 2007 hat das Bundesverwaltungsgericht nun einem Musiker recht gegeben, der sich gegen die kritisierte (und immer noch verwendete) Standard-Begründung zur Wehr gesetzt hat. Die Kulturstiftung wurde verpflichtet, eine klarere Begründung zu liefern. Laut den Berner Richtern lassen die knappen Ausführungen daran zweifeln, ob sich Pro Helvetia mit dem Gesuch überhaupt auseinandergesetzt habe. Pius Knüsel, Direktor von Pro Helvetia, verweist laut Agenturen darauf, dass die Kulturstiftung gehalten ist, effizient zu arbeiten, und die jährlich rund 1700 ablehnenden Entscheide eher knapp begründet.

 

 
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